Logo Inast

Industriestraße 1 74821 Mosbach
Tel 0 62 61/92 44-0 Fax 0 62 61/92 44-40

Bürgertelefon

INAST wird „Leuchtturm-Unternehmen“ bei Bundes-Projekt

Lesen Sie weiter...



INAST Abfallbeseitigungs GmbH übernimmt die Schlüssel zur Neckartal-Kaserne in Mosbach

Lesen Sie weiter...



Konversion in Mosbach: Neckartalkaserne wird an Inast verkauft

Lesen Sie weiter...



Neckartalkaserne: Der Erwerb des Geländes durch die INAST GmbH steht unmittelbar bevor

Lesen Sie weiter...


Gemeinderatssitzung zur künftigen Nutzung der Neckartalkaserne:
INAST stellt ihr Konzept vor

Lesen Sie weiter...


Zukunft des ehemaligen Kasernengeländes weiter ungewiss

Lesen Sie weiter...


Aktuell haben wir offene Stellen zu besetzen. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Lesen Sie weiter...

 

INAST bekundet Interesse am Gelände der ehemaligen Neckartalkaserne

Lesen Sie weiter...


Schrott abholen für einen guten Zweck
Firma INAST kooperiert mit Vereinen und Institutionen

Lesen Sie weiter...


 

Recycling hilft hohen Bedarf an Seltenen Erden zu decken

Lesen Sie weiter...

 

Ein Beitrag von bvseTV zum Thema Novellierung der EU-Elektroaltgeräte-Richtlinie (WEEE), der im Rahmen des 8. Elektronik-Altgeräte-Tages im Dezember 2009 entstanden ist.

Lesen Sie weiter...


Minister Peter Hauk mit großer Delegation bei INAST.

Lesen Sie weiter...

FDP-Staatssekretär Richard Drautz besichtigt INAST.

Lesen Sie weiter...


INAST für weitere vier Jahre Erfassungspartner für Duale Systeme.

Lesen Sie weiter...


Mit der B.I.R.D. Handels GmbH entsteht eine leistungsfähige Altpapiervermarktungsgesellschaft.

Lesen Sie weiter...




Aus Wertstoff wird wieder Abfall

14.11.2008 18:36

DIE WELT, 14. November 2008, 02:32 Uhr

Düsseldorf - Jan van Dechven versucht dieser Tage alles, um weiterhin seine Arbeit machen zu können. Der Altpapierhändler aus Rotterdam ruft täglich Dutzende Firmen in aller Welt an, er schreibt massenweise Angebote per E-Mail und Fax, er fliegt um die halbe Welt, um in China, Indien und Hongkong persönlich mit seinen langjährigen Kunden zu sprechen. Trotzdem kauft keiner mehr bei ihm. Schlimmer noch: Die einstmals unersättlichen Abnehmer wollen seine Altpapierballen nicht mal mehr geschenkt haben. An Van Dechven selbst liegt das freilich nicht. Der Konkurrenz geht es da nämlich nicht anders. "Der Markt ist völlig zusammengebrochen. Es geht so gut wie gar nichts mehr", beschreibt der Holländer vom Großhändler Peute. Es sei ein bislang ungekannter Ausnahmezustand.

Im Hafen von Rotterdam etwa stapeln sich die Papierballen mittlerweile turmhoch. Lagerkapazitäten sind kaum noch vorhanden. Der Durchschnittspreis für so genannte gemischte Ballen ist laut dem Branchendienst Euwid von einst rund 100 Euro auf nur noch fünf bis 15 Euro je Tonne gefallen. Die ersten Händler haben den Abgabepreis sogar auf Null gesetzt. Einen Spotmarkt für kurzfristig gehandelte Mengen gebe schon gar nicht mehr. Zuletzt haben die Chinesen sogar Schiffe voll mit Altpapier nach Europa zurückgeschickt, berichtet ein Branchenkenner. Nur wer feste Abnehmer hat, wird Papier noch los.

In anderen Bereichen des Recyclingmarktes sieht es nicht besser aus. Auch für Kunststoffe und Stahlschrott ist der Markt praktisch zusammengebrochen. Bei einigen Metallsorten ist der Preis seit dem Höchststand im Juni dieses Jahres mittlerweile um bis zu 300 Euro pro Tonne gefallen. Allein im November ging es um 100 Euro nach unten. Für minderwertige Schrotte verlangen Zwischenhändler mittlerweile sogar schon Zuzahlungen, da die erforderliche Lagerung des Materials mit hohen Kosten verbunden ist.

Geschäftsgrundlage entzogen

Jörg Lacher vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) spricht daher bereits von einer der schwersten Krisen für das Recycling in Deutschland. "Den Firmen wird derzeit praktisch die Geschäftsgrundlage entzogen", beschreibt der Lobbyist. Die Branche befinde sich in einer äußerst schmerzhaften Phase. "Die Bremsspuren werden sehr deutlich sein", prognostiziert Lacher.

Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) befürchtet bereits einen Imageschaden für das Recycling. Schließlich trennen die Bundesbürger ihren Müll seit Jahren sehr gewissenhaft. "Wenn es für die einzelnen Wertstofffraktionen nun keine Abnehmer mehr gibt, dürfte darunter auch das Verständnis leiden", glaubt der scheidende BDE-Präsident Peter Hoffmeyer.

Grund für den rasanten Abwärtstrend ist nach Expertenmeinung die Finanzkrise, die sich Lacher zufolge für die Entsorgungswirtschaft bereits zu einer handfesten Wirtschaftskrise weiterentwickelt hat. "Stahlwerke, Papierfabriken und Kunststoffverarbeiter haben infolge der Krise ihre Produktion und damit auch die Nachfrage nach Sekundärrohstoffen stark gedrosselt", berichtet der BVSE-Experte. Bestellungen würden derzeit reihenweise storniert, insbesondere aus Fernost. Die dortigen Kunden leiden unter den Folgen der globalen Nachfrageabschwächung. In China zum Beispiel gibt es im Kunststoffbereich bereits die ersten Zusammenbrüche von Verarbeitungsbetrieben, da die Order für Spielzeuge oder Haushaltsgeräte stark zurückgegangen sind.

Deutlicher Mengenrückgang

Für die heimischen Anbieter von Recyclingmaterial ergibt sich damit neben dem Preisverfall auch noch ein ernsthaftes Absatzproblem. "Der Mengenrückgang ist schon deutlich spürbar", sagt zum Beispiel Volker Hars, der Vorstand für Stahl- und Metallrecycling beim Kölner Rohstoffkonzern Interseroh. Und das verwundert kaum, schließlich haben etliche Stahlwerke ihre Produktion um bis zu 40 Prozent gesenkt.

"Der Fernhandel ist praktisch zusammengebrochen", sagt zum Beispiel Jan van Dechven, dessen Büro im Hafen von Rotterdam liegt. Problematisch ist das vor allem für Anbieter, die sich zu Hochzeiten noch mit Material eingedeckt und auf weiter steigende Preise gesetzt haben. "Diesen Firmen drohen nun massive Abschreibungen", sagt Jörg Lacher. Die ersten Unternehmen haben daher bereits ihre Jahresziele korrigieren müssen. Der Bremer Entsorger Nehlsen zum Beispiel musste zuletzt eine Gewinnwarnung herausgeben. Der französische Großkonzern Veolia hat angekündigt, seine Investitionen deutlich stutzen zu müssen.

Noch vor wenigen Wochen war eine solche Krise kaum vorstellbar. Private wie kommunale Unternehmen haben sich da einen heftigen Konkurrenzkampf um den Zugriff auf die so genannten Sekundärrohstoffe geliefert. Besonders heftig war der Streit ums Altpapier. In mehreren Städten lieferten sich kommunale und private Entsorger wie Alba, Remondis und Veolia einen erbitterten und schon skurrilen Kampf um die Zeitungen, Kartons und Pappschachteln der Verbraucher. In Lübeck etwa standen zeitweise vier blaue Papiermülltonnen von vier verschiedenen Unternehmen vor den Häusern. Jeder wollte von den rasant steigenden Preisen auf den Rohstoffmärkten profitieren. Zeitweise wurde deutlich mehr als 100 Euro für die Tonne Altpapier verlangt. "Wir haben auf Marktentwicklungen reagiert", rechtfertigt ein Alba-Sprecher. Die aktuelle Entwicklung sei zwar schwierig. Aus dem Papiergeschäft wolle sich Alba deswegen aber nicht verabschieden. Die Rohstoffwirtschaft sei nun mal an konjunkturelle Zyklen gebunden.

Doch den Beteiligten drohen zum Teil herbe Verluste. So zum Beispiel der Abfallgesellschaft Ruhr (AGR). Das Unternehmen aus Essen hat 2007 mit der Kommune einen Abnahmevertrag geschlossen. Demzufolge muss die AGR den städtischen Entsorgungsbetrieben in Essen bis zum Jahr 2009 gut 30 000 Tonnen Altpapier zum Preis von rund 115 Euro je Tonne abkaufen. Beim Weiterverkauf sind derlei Summen nun nicht mehr zu bekommen. Der Schaden für die AGR könnte je nach Marktentwicklung in die Millionen gehen.

Kalkulation ruiniert

Betroffen ist aber nicht nur die Privatwirtschaft. Denn insbesondere im Altpapierbereich sind die Kommunen stark vertreten. Und das könnte schon bald Auswirkungen auf die Bürger haben. Denn hält die Krise länger an, drohen in Deutschland steigende Müllgebühren. "Die Einnahmen aus dem Altpapiergeschäft sind Bestandteil der Gebührenkalkulation", begründet Rüdiger Siechau, der Vorstandsvorsitzende des kommunalen Entsorgerverbandes VKS.

Steigende Gebühren sind wahrscheinlich. Denn Besserung scheint derzeit nicht in Sicht: Zum einen stehen durch die Weihnachtszeit sammelstarke Monate bevor, zum anderen will die Papierindustrie Branchenkennern zufolge ihre Beschaffungsmenge weiter zurückfahren. "Eine Belebung der Konjunktur oder gar ein Aufschwung deutet sich für die nächsten Monate nicht an", sagt Jörg Lacher vom BVSE.

Der BDE ruft bereits nach Hilfe aus der Politik. "Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung sollte auch eine Recycling-Förderung beinhalten", fordert Peter Hoffmeyer, der Präsident des BDE. Hoffmeyer, der auf der heutigen Jahrestagung des Verbandes von Alba-Vorstand Peter Kurth abgelöst wird, denkt zum Beispiel an Kredithilfen für die mittelständisch geprägte Recyclingbranche. Zudem plädiert Hoffmeyer dafür, eine Rohstoffreserve anzulegen. "Deutschland hat Goldreserven, Devisenreserven und Ölreserven. Um die Märkte in Krisenzeiten zu beruhigen und die Schwankungen auszugleichen, sollten auch Schrott- und Papierreserven angelegt werden", sagt der Unternehmer. EU-Industriekommissar Günter Verheugen habe den Vorschlag begrüßt, sagt Hoffmeyer. Mit der Bundesregierung wolle sein Verband in den kommenden Wochen sprechen.

Von Carsten Dierig Und David Schraven

Logo Inast

Industriestraße 1 74821 Mosbach
Tel 0 62 61/92 44-0 Fax 0 62 61/92 44-40